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Abschied nach 40 Jahren am Mattenrand

Der Kreis hat sich nunmehr geschlossen, das westsächsische Werdau spielt für den Auerbacher Armin Höfer schon eine gewisse Rolle. „Meine Trainerlaufbahn begann mit einem Mannschaftskampf in der Bezirksliga gegen die damalige BSG Motor Werdau. Das war am 25. September 1971. Die Werdauer hatten starke Athleten wie Klein oder Karnowski in ihren Reihen. Am Ende stand es 20:20“, erinnert sich Armin Höfer, der genau über jeden Kampf Buch geführt hat.
Mit der letzten Begegnung in der Oberliga Sachsen der Meisterschaft 2011 Ende vergangenen Jahres beendete der Auerbacher seine Tätigkeit am Mattenrand nach sage und schreibe vier Jahrzehnten. Der Gegner: AC 1897 Werdau II, Nachfolger der damaligen Ringer- Abteilung der BSG Motor. „Es war ein angenehmer Abschied“. Wir haben klar mit 23:14 gewonnen. Damit endet auch eine schwere Saison für uns letztlich noch etwas versöhnlich“, schätzte der 64-jährige ein. Und: „ Es wird Zeit, dass jetzt andere das Ruder übernehmen“.
Sein Einstieg als Trainer war eher ungewollt. „ Ich hatte im Jahre 1970 einen Außenbandriss im Knie und habe gar nicht mehr als Aktiver angefangen. So wurde ich also Trainer.“„ , weiß er über den Abschied von der Matte als Sportler zu berichten. Doch der Virus „Ringkampfsport“  hatte auch Armin Höfer restlos befallen. Mit einer kurzen Pause fungierte er als Coach der Jugend- und Männermannschaften, anfangs teilte er sich mit Gottfried Schaarschmidt in diese Aufgaben.
In diesen 40 Jahren hat der Stollenexperte, wie er selbst von sich sagt, Mannschafts-Wettkämpfe in sämtlichen Ligen des deutschen Ringens durchlebt. Genau erinnert er sich an die Aufstiegskämpfe zur 2. Bundesliga als Kampfgemeinschaft (KG) Auerbach/Chemnitz gegen Luftfahrt Berlin. In Auerbach verfolgten am 25. Januar 2003 rund 1000 Zuschauer das Geschehen. „Wir verloren 8,5:15, im Rückkampf in Berlin siegten wir 14:11,5. Das hätte eigentlich nicht gereicht. Aufgestiegen sind wir trotzdem, weil der TRV Berlin seine Mannschaft zurückzog“, erinnert sich Höfer.
In der Saison (2004) folgte sogar der Durchmarsch in die1. Bundesliga. Mehr noch: Als Zweiter der Oststaffel schafften die Erzgebirger auch den Sprung in die Endrunde gegen den KSV Aalen. Auswärts unterlagen sie 4:21,5, daheim hieß es 20:11,5. „Letztlich war die erste Liga dann aber doch eine Nummer zu groß, das hätten wir nicht mehr steuern können. Aber auch die zweite war eine große Herausforderung für unseren Verein“, so der bodenständige Auerbacher. Seit 1993 stand Karl-Friedrich Engmann als Mannschaftsleiter an seiner Seite.
Höhen und Tiefen hat Armin Höfer einige erlebt, auch den Absturz aus der 2. Bundesliga in die Oberliga Sachsen. Und den damit verbundenen Neubeginn, der wiederum eine enorme Herausforderung darstellte.
Mit dem Kampf gegen die Werdauer, mit deren erstem Team sich die Auerbacher auch in der Bundesliga umkämpfte Derbys lieferten, schloss sich der Kreis. Insgesamt stehen in der Statistik von Armin Höfer 609 Kämpfe als Coach, wobei er genau weiß, wem sein besonderer Dank gilt. „ Die Familie hat immer alles mittragen müssen. Ohne meine Frau Maritta hätte ich das nie geschafft. Es war eine sehr schöne Zeit“, blickt der 64-jährige zurück.
Bleibt alles wie geplant, wird aber auch 2012 ein Höfer als Trainer am Mattenrand sitzen: Armins 42-jähriger Sohn Heiko, der seit 1976 aktiv ist, übernimmt den Staffelstab. Er wird aber auch in der kommenden Saison noch selbst ringen.
(Artikel von Matthias Heincke aus der Freien Presse vom 07.01.2012)


(Foto von Andreas Tannert)

Abschlußabelle Oberliga Sachsen
Saison 2011

1.   WKG Pausa/ASV Plauen II
469 : 226
30 : 6
2.   SAV Leipzig/Großlehna
417 : 249
28 : 8
3.   RSK Gelenau/Zöblitz/Zschopau
395 : 297
28 : 8
4.   RV Thalheim II
426 : 257
26 : 10
5.   RVE 1908 Lugau
359 : 327
19 : 17
6.   SV GW Weißwasser
328 : 357
15 : 21
7.   AC Auerbach
322 : 373
14 : 22
8.   AC 1897 Werdau II
335 : 343
14 : 22
9.   WKG Leipzig/AC Taucha III
202 : 484
4 : 32
10. FC Erzgebirge Aue II
177 : 517
2 : 34